Ehrenplakette Stadt Frankfurt

14.10.2016

Ehrenplakette Herr Prof. Dr. Wentz

Herr Prof. Dr. Wentz bekommt 2016 die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main verliehen.

Die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt a.M. wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich auf kommunalpolitischem, kulturellem, wirtschaftlichem, sozialem oder städtebaulichem Gebiet um die Stadt verdient gemacht und durch ihr Wirken dazu beigetragen haben, das Ansehen der Stadt Frankfurt am Main zu mehren.

15 JAHRE WENTZ & CO.

16.06.2016

Wentz & Co. feiert 15jähriges Jubiläum

Am 16. Juni 2001 wurde die Wentz Concept Projektstrategie GmbH gegründet, im Jahr 2010 wurde daraus Wentz & Co. – und inzwischen dürfen wir uns freuen, unser 15-jähriges Jubiläum zu feiern!

Im Laufe der letzten 15 Jahre haben wir mit unserem Büro zahlreiche spannende und interessante Projekte verwirklicht – beispielsweise sind wir stolz darauf, in den letzten Jahren rund 1.600 neue Wohnungen in Frankfurt am Main entworfen und realisiert zu haben! Im Rahmen unserer Arbeit treffen wir dabei immer wieder auf seit langer Zeit gut bekannte Weggefährten und begrüßen regelmäßig neue Projektpartner.

Auf diesem Wege möchten wir uns bei allen bedanken, die unsere baulichen und planerischen Erfolge möglich gemacht haben, und hoffen für die Zukunft auf weiterhin gute Zusammenarbeit.

Artikel in der FAZ

16.08.2016

"Diese verdammte Mutlosigkeit"

"Diese verdammte Mutlosigkeit"

Die Debatte über Erhalt oder Neubau der Städtischen Bühnen bewegt die Stadt. Jetzt macht der frühere Planungsdezernent Martin Wentz einen Vorschlag.  

"Martin Wentz hält es mit einer alten Planerweisheit: "Erst grübeln, dann dübeln!" Dieses Motto gilt für den ehemaligen Planungsdezernenten auch bei der Frage, ob die maroden Städtischen Bühnen am Willy-Brandt-Platz saniert werden oder womöglich an gleicher Stelle neu gebaut werden können."  

Autor: rsch.

16.08.2016

160816 FAZ

Vertrieb Goldgrubenstrasse 1-3, Frankfurt am Main

Vertrieb Goldgrubenstrasse 1-3, Frankfurt am Main

"Der Name der Niederurseler Goldgrubenstraße stammt von einem „Goldgrube“ genannten Wald- und Berggebiet im Taunus, das mit seinem Ringwall aus Steinen der germanischen Bevölkerung Schutz bot.

Der Name verpflichtet. Die Goldgrubenstraße 1-3 steht für einen eleganten Landhausstil: Bei den beiden Hauptbaukörpern setzen Satteldächer, Klappläden sowie Gesims- und Eckbetonungen in auf einander abgestimmten Farbtönen klare Akzente. Ein Zwischenbau mit großen Dachterrassen dient als Verbindung. Sämtliche Wohnungen verfügen über mindestens eine Terrasse oder Balkon bzw. Loggia. Die EG-Wohnungen punkten mit großen eigenen Gärten.

Das Interieur mit großzügigen Grundrissen bis hin zur weitläufigen Maisonette-Wohnung und mit einer anspruchsvollen Ausstattung hält, was die edle Fassade verspricht. Zur Ausstattung gehören Eichen-Parkett und großformatige Feinsteinzeug-Fliesen ebenso wie Badobjekte namhafter Hersteller inklusive Handtuchheizkörpern und Spiegel.

Komfort ist hier ein ganz wichtiges Thema. Die Goldgrubenstraße 1 bietet Ihnen barrierefreien Zugang zu den EG-Wohnungen sowie zu den Wohnungen des östlichen Baukörpers."

Interview im Journal Frankfurt

26.05.2016

Derzeit fehlen circa 35 000 Wohnungen

"Derzeit fehlen circa 35 000 Wohnungen"

Martin Wentz (SPD) war von 1989 bis 2000 Planungsdezernent in Frankfurt. Er brachte unter anderem den Riedberg auf den Weg. Das Konzept der Nachverdichtung sieht der Projektentwickler und Professor für Städtebau kritisch. Stattdessen fordert er neue Stadtviertel - zum Beispiel am Pfingstberg.  

Autor: Nils Bremer

26.05.2016

Artikel Lesen

DAM, Frankfurt a.M.

12.05.2016

Vortrag

Achter Runder Tisch "Städte für Menschen"

Veranstalter: Bausparkasse Schwäbisch Hall AG

Prof. Dr. Martin Wentz hält im Deutschen Architekturmuseum einen Vortrag zum Thema "Bauen und Wohnen in Gemeinschaft"

Interview in der FR

29.04.2016

Wir müssen die Äcker bebauen

„Wir müssen die Äcker bebauen“

Autor Christoph Manus

Bereits Ende 2014 fehlten in Frankfurt rein rechnerisch 30.000 Wohnungen. Der Bedarf ist seitdem weiter gestiegen. Der Frankfurter Stadtplaner Martin Wentz spricht im FR-Interview über Wege gegen eine Eskalation der Wohnungsnot.

Herr Wentz, laut Amt für Wohnungswesen fehlten Ende 2014 rechnerisch 30 000 Wohnungen in Frankfurt. Und die Nachfrage dürfte weiter wachsen. Hat die Stadt überhaupt eine Chance, diese zu decken?

  • Die Stadt weiß spätestens seit 2011, dass der Wohnungsmangel enorm steigt. Sie handelt aber nicht energisch. Bei jetzt wahrscheinlich 35 000 fehlenden Wohnungen kann ich eigentlich kaum noch ruhig schlafen. Zu prüfen wäre, ob die Verwaltungsstruktur und -abläufe wirklich auf diese Herausforderung eingestellt sind. Hierin liegt die politische Verantwortung.

2014 sind nach Zahlen der Stadt 2801, nach Zahlen des Landes 4418 Wohnungen in Frankfurt entstanden. Ist die Stadt damit auf einem richtigen Weg? Oder ist das viel zu wenig?

  • Welch ein statistischer Wirrwarr. Gemessen an dem schon vorhandenem Mangel und einem Zuzug von etwa 15 000 Menschen im Jahr, müssten in Frankfurt jedes Jahr 6000 Wohnungen gebaut werden. In diesen Zahlen ist der Bedarf von Flüchtlingen nicht einmal enthalten.

Wächst die Bevölkerung denn nicht auch, weil neue Wohnungen entstehen?

  • Das ist ein Trugschluss. Die Zuziehenden, die ein ausreichendes Einkommen haben, werden immer Wohnungen finden. Deshalb stiegen ja die Wohnungspreise und Mieten seit 2007 extrem an. Sie verdrängen dabei Familien, die ein geringes Einkommen haben. Diese müssen enger zusammenziehen oder weichen. Sie sind die Leidtragenden dieses Prozesses. Das wird sich bei Wahlen politisch rächen.

Ist es denn überhaupt erstrebenswert, dass Frankfurt einmal 850 000 Einwohner hat oder noch mehr? Oder gibt es eine Grenze des Wachstums?

  • Wir werden nicht gefragt, ob wir weiter wachsen wollen. Die Menschen kommen, weil die Lebensbedingungen gut sind, weil es hier Ausbildungs- und Arbeitsplätze gibt. Gott sei dank! Dass sie Menschen mit niedrigen Einkommen verdrängen, können wir nicht durch ein Schließen der Stadtgrenzen stoppen, sondern nur, indem wir mehr Wohnungen bauen.

Wo in Frankfurt könnten die neuen Wohnungen entstehen?

  • In Frankfurt gibt es – ohne den geschützten Grüngürtel – noch rund 6000 Hektar Ackerfläche. Es sollte kein großes Problem sein, Wohnbauland unter Berücksichtigung auch ökologischer Interessen auszuweisen. Man muss nur wollen und nicht jede Feldmaus vergöttern.

Wenn 6000 Wohnungen pro Jahr entstehen sollen, wird selbst die Entwicklung aller Flächen im Wohnbauland-Entwicklungsprogramm und des Pfingstbergs nicht reichen.

  • Schauen Sie in die Stadtgeschichte: Als sich die Einwohnerzahl Ende des 19. Jahrhunderts in 25 Jahren verdreifachte, hat man große Stadtteile auf der grünen Wiese gebaut, wie das Nordend, das Westend, das Ostend oder Sachsenhausen. In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg wurden unter Ernst May eine Vielzahl neuer Stadtquartiere entwickelt, genannt seien die Römerstadt oder Westhausen. Nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete man unter schwersten Bedingungen innerhalb von gut zehn Jahren über 50 Siedlungen für mehr als 300 000 Menschen. Und heute ist man satt und selbstzufrieden und traut sich nicht, an die Leistungen unserer Eltern und Großeltern anzuknüpfen.

Noch einmal: Ein Stadtteil auf dem Acker wird nicht reichen?

  • Man wird nicht nur den Pfingstberg, sondern drei, vier, fünf neue Stadtteile bauen müssen. Und ich gebe Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne) absolut recht: Wenn Menschen in Frankfurt keine Wohnung finden und ins Umland ziehen müssen, kommen sie als Pendler zurück. Das ist ökologisch die größere Belastung.

Sie halten es für besser, Ackerland in Frankfurt zu bebauen als in der Wetterau?

  • Ja. In Frankfurt wird mit einer höheren Dichte gebaut als in der Wetterau. Damit wird weniger Fläche versiegelt und es entsteht weniger Verkehr.

Jedes neue Baugebiet in Frankfurt stößt auf massiven Widerstand.

  • Man muss die Ängste der Menschen ernst nehmen, viel mit ihnen reden und ihnen zeigen, wieso es notwendig ist, diese Baulandentwicklung zu betreiben. Genauso wichtig ist es aber, mehr Partner in der Stadt zu finden, die sich für diesen Wohnungsbau einsetzen und nicht jedem Widerstand nachgeben. Am schlimmsten ist es, wenn Politiker – die die Wohnungsnot kennen – den Widerstand gegen neue Baugebiete noch unterstützen.

Wie gelingt es, dass nicht nur gut Verdienende von den Neubauten profitieren?

  • Zum einen: Zurücknahme der Steuererhöhungen und Schluss mit immer höheren technischen Anforderungen. Zum anderen: bezahlbares Bauland. Dieses entsteht nur über zwei Wege. Einmal über städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen im Außenbereich, die Spekulation verhindern. Der zweite Weg ist die Subventionierung von Bauland durch die Stadt, die Vergabe von Grundstücken nach Konzept und nicht nach Höchstpreis, damit Bauherren ohne Renditeinteresse, etwa Genossenschaften, zum Zug kommen können.

Sollten ABG und Nassauische Heimstätte ihre Siedlungshäuser aufstocken?

  • Im Kampf gegen Wohnungsmangel muss man alle Instrumente einsetzen, Aufstockung, Verdichtung, aber vor allem auch Neubau auf Ackerland. Einzelne Instrumente nicht zu nutzen, führt lediglich dazu, dass die Probleme noch mehr eskalieren.

28.04.2016

Veröffentlichung der Ernst-May-Gesellschaft

April 2016

„maybrief 043“

Artikel erschienen im „maybrief 043“ April 2016 der ernst-may-gesellschaft e.V.

Der Reidberg: nur eine Etappe in der Stadtentwicklung!

Aus historischer Sicht auf die Entwicklung der Stadt Frankfurt am Main war die Planung und Bebauung des Riedbergs kein ungewöhnliches Ereignis. Auf die regelmäßigen Wachstumsschübe der Stadt antworteten die Verantwortlichen der Stadt stets mit einem seit Jahrhunderten zur Verfügung stehenden Instrument, dem der Stadterweiterung. So entstanden im Kampf gegen den Wohnungsmangel des ausgehenden 19. Jahrhunderts Stadtteile wie das Westend, Nordend oder Ostend auf der „grünen Wiese“ vor der Stadt. Zur Bekämpfung der Wohnungsnot wurden in den zwanziger Jahren des vorherigen Jahrhunderts unter der Verantwortung von Ernst May großflächig Siedlungen wie die Römerstadt oder Westhausen am Rand der Stadt gebaut. Legendär ist der, für Frankfurt von Ernst May zum Ende seiner Amtszeit entworfene Flächenentwicklungsplan. Dieser projektierte eine umfangreiche Stadterweiterung, und wurde nach dem 2. Weltkrieg Grundlage zur Beherrschung der Wohnungsnot. Über 50 Siedlungen wurden auf unbebauten Flächen in kurzer Zeit errichtet. In den sechziger Jahren kam die Nord-West-Stadt hinzu. Anfang der 70er schließlich der Ben-Gurion-Ring, in seiner Gesamtkonzeption kein Beispiel ausgewogener Stadtentwicklung.

Anfang der neunziger Jahre erlebte Frankfurt einen erneuten Wachstumsschub: In Folge der Wiedervereinigung Deutschlands und des Kriegs im früheren Jugoslawien kamen innerhalb von 4 Jahren über 30.000 Neubürger in die Stadt. Dabei herrschte mangels ausreichenden Wohnungsbaus bereits 1989 ein erheblicher Wohnungsmangel. Auf diese Situation reagierte die Bundesregierung mit der Vorlage eines „Wohnungsbauerleichterungsgesetz“ (warum reagiert die Bundesregierung heute nicht analog?), in dem auch das Instrument der „Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme“ in das Dauerrecht übernommen wurde. Dieses Instrument ermöglicht – soweit die Kommune es entsprechend einsetzt – die Grundstücke, ggf. durch Enteignung, zum Anfangswert des Agrarlands anzukaufen und zum Wohnbaulandpreis an Bauherren nach der gesicherten Erschließung wieder zu veräußern. Aus der Wertdifferenz kann die soziale sowie technische Infrastruktur für den geplanten Stadtteil durch die Stadt finanziert werden – eine kolossale Entlastung des städtischen Haushalts. Heute sind sich die Experten einig, dass nur über diesen Weg, jenseits kommunaler Subventionen, „kostengünstiger Wohnungsbau“ errichtet werden kann.

Vor dem Hintergrund der Wachstumszahlen und dieses neuen Rechtsinstruments untersuchte das Planungsdezernat Anfang der neunziger Jahre nach einer ersten Überprüfung des Stadtgebiets durch gezielte Machbarkeitsstudien drei große Ackerflächen im Frankfurter Norden auf ihre Eignung als neue Stadtteile: den Riedberg, den Martinszehnten sowie den Pfingstberg. Im Ergebnis entsprachen alle drei Gebiete den grundsätzlichen Anforderungen an eine qualifizierte Stadtentwicklung. Entschieden wurde, den städtischen Körperschaften den Riedberg als neuen Wohn- und Universitätsstadtteil sowie den Martinszehnten als neues Gewerbegebiet vorzuschlagen. Der Pfingstberg wurde für eine spätere Entscheidung vorerst zurückgestellt. Im Jahr 1993 wurden in der Folge die Einleitungsbeschlüsse für die beiden Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen Riedberg und Martinszehnten gefasst.

Die Arbeit konnte beginnen. Es galt, noch gab es keinerlei Erfahrung,

  • die Satzungsvorlagen für die Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen auszuarbeiten,
  • die Änderung des geltenden Flächennutzungsplans des Umlandverbands Frankfurt zu betreiben,
  • die vorgeschlagene Verlagerung des Innenstadtzoos zu umgehen,
  • mit der Universität ihre zukünftige Erweiterung abzustimmen sowie ein
  • schlüssiges Bebauungskonzept für den folgenden Bebauungsplan zu entwickeln.

Die Überlegungen zur Verlagerung des räumlich beengten Zoos aus der Innenstadt waren noch nicht sehr weit gediehen und hatten utopischen Charakter. Anders die Entwicklung der Universität. Mit dem Land Hessen waren schon 1967 Teile des Riedbergs als Verlagerungsflächen ausgehandelt worden. Das erste Institut wurde Anfang der siebziger Jahre auf den Riedberg verlagert. Erst zu Beginn der neunziger Jahre folgten weitere Neubauten. 
Mit der sich nun bietenden Chance, einen großen, gemischt genutzten Universitätsstadtteil zu entwickeln konnte schließlich mit dem Land die Verlagerung der naturwissenschaftlichen Institute auf den Riedberg vereinbart werden. Hilfreich waren dabei die parallelen Verhandlungen mit dem Land zur Verlagerung der Uni ins Westend auf das IG-Farben Gelände.

Die größten Schwierigkeiten bereiteten dagegen die Verhandlungen mit dem Umlandverband Frankfurt (heute Regionalverband Frankfurt RheinMain) zur Umwidmung der Agrarflächen in ein neues Baugebiet mit ca. 260 ha Gesamtfläche. Grundsätzlich ging der Umlandverband davon aus, dass der zukünftige Wohnungsbau vorrangig im Umland der Großstadt stattzufinden habe. Die Großstadt sei zu „entlasten“, im Sinne einer Dekonzentration (grotesk beim Vergleich der kleinen Großstadt mit anderen Städten). Die realen Wohnungsnöte der Menschen in Frankfurt hatten allerdings mit dieser ideologischen Vorstellung und der daraus folgenden weiteren Zersiedlung der Region wenig zu tun. Nach sehr langen strittigen Verhandlungen wurde schließlich der folgende Kompromiss ausgehandelt:

In umfassenden Klimauntersuchungen sollte die Stadt Frankfurt nachweisen, dass eine Bebauung des Riedbergs keine klimatischen/lufthygienischen Nachteile für die Frankfurter Stadtteile und die Innenstadt brächte. Insbesondere ging es dabei um die Kaltluftströme von den Taunushängen und die höheren Winde aus der Wetterau. (Anm.: Auf Grund meines physikalischen Wissens war mir klar, dass Kaltluft immer nur bergab strömen kann und sich deshalb – wenn überhaupt – nur im Niddatal sammeln würde. Dort aber bildet die vorhandene Bebauung Eschersheims bereits heute einen Flaschenhals für die im Niddatal entstehende Kaltluft. Wir konnten unserer Sache also relativ sicher sein.) Es folgten aufwendige und langwierige Messungen der Kaltluftströme mit Rauchuntersuchungen und selbst Luftballons. Das Ergebnis war wie erwartet: Der größere Teil der Kaltluft kam schon über die nördliche gelegene Autobahn A5 nicht hinaus. Kaltluft vom Riedberg sammelte sich im immer schon kalten Niddatal und blieb dort liegen. Die Wetterauwinde konnten dagegen mit einer Höhenbegrenzung der Gebäude auf ca. 22 m (6 Geschosse) weiter unbehindert strömen.

Damit waren alle externen Spatzen gefangen! Der Weg stand offen. Für die Entwicklung des städtebaulichen Konzepts sowie die erforderlichen Umwelt- und Verkehrsuntersuchungen traf ich als zuständiger Dezernent die Entscheidung, die eigenen Fachleute zu beauftragen und in gemeinsamen Workshops kooperativ zusammenzuarbeiten anstatt Wettbewerbe auszuschreiben. Das große Ziel war, die Mitarbeiter zu motivieren. Viel zu oft hatten sie in der Vergangenheit erfahren, dass beauftragten Externen das erforderliche Grundlagenwissen fehlte und deshalb ständig nachgearbeitet werden musste. So entwickelten die städtischen Verkehrsplaner die unterschiedlichsten Lösungen für insbesondere die äußere Erschließung. Die Umweltplaner untersuchten sämtliche, für den Umweltbericht erforderlichen Fakten und werteten dies aus. Auch die Archäologen prüften die historische Situation, nach der z.B. eine alte Römerstraße in das Bebauungskonzept zu integrieren sei. Schließlich erarbeiteten 11 verschiedene Mitarbeiterteams unterschiedliche städtebauliche Entwürfe, die anschließend im großen Kreis ausgewertet und aus deren Erkenntnis das städtebauliche Konzept entwickelt wurde. Begleitend stand als externe Beratung und Prüfung das Planungsbüro Trojan und Trojan zur Seite, das schließlich den abgestimmten Entwurf verfeinerte. Diese Zusammenarbeit war für alle Beteiligten eine tolle Erfahrung.

Nach drei Jahren konnten 1996 die Ergebnisse zur Beschlussfassung vorgelegt werden: die Entwicklungssatzung sowie der Aufstellungsantrag für den Bebauungsplan samt sämtlicher Unterlagen. Vorgeschlagen wurde ein neuer Stadtteil mit gut 20.000 Einwohnern, ca. 3.000 Arbeitsplätzen und 8.000 Studenten auf rund 87 ha Nettobauland sowie 45 ha Universitätsareal, 6 ha für 16 Kitas, 4 Grundschulen und 2 weiterführende Schulen sowie weitere 94 ha an Grünflächen, Kleingärten und Ausgleichsflächen. Es sollte ein Stadtteil mit bewusst städtischem Charakter werden, also kein Vorort, damit sich Dank der Einwohnerdichte auch eine kommerzielle Infrastruktur sowie soziale Netzwerke mit Vereinen ausbilden könnte.

In der folgenden politischen Diskussion wurden aber andere Maßstäbe vorgegeben. Die Baudichte wurde um 25% reduziert, die Einwohnerzahl sank damit auf 15.000 Menschen. Hinter dieser Vorgabe stand ein stärker an einer Vorstadt orientiertes Leitbild mit einer größeren Zahl an Reihen- und Einfamilienhäusern. Auch die Mehrfamilienwohnhäuser im Zentrum verloren dadurch ein Geschoss. Die daraus entstandenen Nachteile einer geringeren Versorgung mit Einzelhandel, Restaurants und Kneipen erkennt nicht nur der Fachmann heute.

Nach der Beschlussfassung der Entwicklungssatzung 1996 klagten die betroffenen Eigentümer gegen sie. Erfolglos: Die Gerichte bestätigten die Entscheidung der Stadt zur Durchführung der Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme. Im Jahr 2000 wurde schließlich der Bebauungsplan rechtskräftig; es konnte also losgehen. Sicher hätte viel Zeit gespart werden können, wenn die Entwicklungssatzung und der Bebauungsplan gleichzeitig erarbeitet worden wären. Aber es fehlte noch die Erfahrung mit einer Entwicklungsmaßnahme und ihre Rechtssicherheit. Heute wäre es sicher möglich, die gesamten Rechtgrundlagen in drei Jahren zu erstellen.

Über 200 Mio. Euro konnten aus der Bodenwertsteigerung für Investitionen in die Infrastruktur des neuen Stadtteils gesichert werden. Die Stadt hätte wahrscheinlich in dieser Zeit für die Wohnungsversorgung diese Summe nicht aufbringen wollen. Jetzt, im Jahr 2016, soll die Entwicklungsmaßnahme beendet werden – erfolgreich! Die Menschen am Riedberg haben sich zusammen gefunden, der neue Stadtteil floriert. Und Politiker jeglichen Couleurs finden heute den Riedberg gut und haben ihn schon immer unterstützt – ce la vie.

Aus heutiger Sicht hätte sicher manches besser gemacht werden können. Nur ein Punkt soll erwähnt werden. Zur Sicherung der architektonischen Qualität in der Anfangsphase der Bebauung sollten vorrangig öffentliche Wohnungsbaugesellschaften sich engagieren. Private scheuen (zurecht?) das wirtschaftliche Risiko des „Pioniers“ und bauen deshalb zaghaft und extrem kostengünstig. Öffentliche Gesellschaften haben dagegen einen längeren Atem und können in der Pionierphase die Maßstäbe und Werthaltigkeit durch Qualität sichern. Dies wäre einer ihrer ureigenen Aufgaben.

Die Stadt Frankfurt wächst seit Jahren wieder massiv, die Wohnungsnot ist unübersehbar, erkennbar an den rasant steigenden Mieten und Wohnungskaufpreisen. Eine Verweigerung neuer großzügiger Entwicklungen im Außenbereich wäre absolut ahistorisch – alternative Lösungen stehen nur eingegrenzt zur Verfügung. Bei den nächsten neuen Stadtteilen kann man sich der städtebaulichen Erfahrungen sowie den Erkenntnissen aus dem Verlauf einer Entwicklungssatzung bedienen.

Autor: Prof. Dr. Martin Wentz

April 2016

Ernst May Gesellschaft maybrief43 April 2016 6

IMPULSVORTRAG

13.10.2015

IHK Immobilien JF

Prof Dr. Martin Wentz hält auf dem Immobilien JF der IHK zum Thema „Kostenentwicklung im Wohnungsbau“ den Impulsvortrag.

„… In FrankfurtRheinMain wurden zwischen 1999 und 2003 noch ca. 94.000 Wohnungen fertiggestellt. Zwischen 2004 und 2008 waren es nur noch 70.000 - und zwischen 2009 und 2013 gerade noch 55.000. Dies entspricht einem Rückgang der Baufertigstellungen für Wohnungen in FrankfurtRheinMain von etwa 40 Prozent in einen Zeitraum von 15 Jahren.

Eine im August veröffentlichte Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) gibt alleine für Frankfurt am Main von 2015 bis 2020 einen jährlichen Baubedarf von ca. 6.200 Wohnungen an. Im letzten Jahr wurde in Frankfurt mit 4.418 Wohnungen der höchste Wert seit Jahren erreicht – und er liegt dennoch weit unter dem prognostizierten Bedarf.

Die Wohnungsnachfrage auf Grund des gegenwärtigen Wachstums ist so groß, dass alleine in Frankfurt am Main laut Tätigkeitsbericht des Amtes für Wohnungswesen bereits 2013 ca. 25.000 Wohnungen fehlten.

Dabei soll Frankfurt bis 2030 nach jüngsten Prognosen aber um weitere 100.000 Einwohner wachsen. …“

13.10.2015

Vertrieb Hedderichstrasse 81, Frankfurt am Main

Mai 2015

Vertrieb Hedderichstrasse 81, Frankfurt am Main

"Das Projekt Hedderichstraße 81+ stellt etwas ganz Besonderes dar: eine hochwertige Immobilie mitten im begehrten Sachsenhausen. In diesem Stadtviertel zu wohnen ist so beliebt, dass einmal erworbenes Eigentum meist nicht mehr verkauft wird.

Mit der Hedderichstraße 81+ erhalten Sie Ihre Chance, sich trotzdem einen Platz in diesem schönen Viertel zu sichern. Von der Straßenseite des Hauses blickt man direkt auf das „Qualitäts-Eck“ von Sachsenhausen. Wandert der Blick nach rechts die Hedderichstraße entlang, trifft er auf die Schweizer Straße; zieht es den Blick am Eck nach links auf die Oppenheimer Landstraße, so stößt er auf den Schweizer Platz — und man ist sofort mittendrin im bunten Treiben.                            

Die Wohnungen in den Häusern sind so konzipiert, dass sich die darin befindlichen Schlafzimmer überwiegend zur Straßenseite orientiert sind. Durch schallisolierte Fenster, eine moderne Belüftungsanlage und verglaste Balkone an der Rückseite des Hauses wird aber auch der zu der Bahnlinie gelegene Teil zu einer Wohlfühloase.                            

Jede der angebotenen Wohnungen verfügt über eine hochwertige Ausstattung mit Parkettboden, eleganten Badkeramiken und mindestens einem Außenbereich in Form eines Balkons, einer Loggia oder einer Terrasse."

Betriebsausflug nach München

04.09.2015

Betriebsausflug

Wentz & Co. unternimmt einen zweitägigen Betriebsausflug nach München:
Am Freitag besuchen wir die Ausstellung „Paul Schneider-Esleben“ in der Pinakothek der Moderne.
Am Samstag genießen wir eine Floßfahrt auf der Isar!

September 2015

Artikel in der FNP

15.08.2015

Ein Gewinn für alle

„Ein Gewinn für alle - Auf dem Gelände des Kultur­zentrums Fabrik am Mittleren Hasen­pfad rollen bald schon wieder die Bagger. Unter Feder­führung des früheren Planungs­dezernenten Martin Wentz sollen hier 14 neue Wohnungen entstehen.“

Autor: Mirco Overländer

15.08.2015

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Artikel in der FAZ

29.07.2015

Alles neu macht der May

„Alles neu macht der May – und der Wentz"

Wie wird Frankfurt in 10 Jahren aussehen? Eine Serie der Rhein-Main-Zeitung wagt den Blick in die Kristall­kugel. Zum Auf­takt beschäftigen wir uns mit den Zukunfts­vorstel­lungen der Ver­gangen­heit.“

Autor: Matthias Alexander

29.07.2015

ZIA Berlin

02.06.2015

Vortrag

Fachgespräch „Baukultur: Motor oder Hemmschuh für die Stadtentwicklung?“

Veranstalter: ZIA-Stadtentwicklungsausschuss, Bundesvereinigung für Landes- und Stadtentwicklungsgesellschaften und die AG Städtebau des Deutschen Verbandes

Prof. Dr. Martin Wentz hält einen Vortrag zum Thema “ Guter Städtebau führt zu nachhaltigen Immobilienwerten – ein Blick auf neue und gewachsene Quartiere“.

02.06.2015

Global Business Week, Frankfurt

06.05.2015

VORTRAG

Prof. Dr. Martin Wentz hält auf der Global Business Week zum Thema „Strategien für den Immobilien- & Industriestandort FrankfurtRheinMain“ den Begrüßungsvortrag und ist ein Teilnehmer der Podiumsdiskussion „Wohnstrategien in RheinMain“.

06.05.2015

Artikel im IHK Wirtschaftsforum

01.04.2015

FrankfurtRheinMain wächst

„Wohnraumversorgung – FrankfurtRheinMain wächst"

Die Stadt Frankfurt wächst wöchentlich um 300 Personen. Um langfristig den sozialen Frieden zu wahren und die Wirtschaftskraft zu sichern, müssen großzügig und großflächig neue Baugebiete im lnnen- und Außenbereich ausgewiesen werden.“

Autor: Martin Wentz

01.04.2015

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